Rund ums Reisen

Capital Region

Die Hauptstadt Washington und der District of Columbia sowie die Bundesstaaten Maryland und Virginia bilden die Capitol Region USA. Hier vereinen sich Macht, Geschichte und Kultur zu einem beeindruckenden Ganzen. Bürgerkriegsschauplätze, pittoreske Städte und endlos lange Strände am Atlantik garantieren abwechslungsreiche Ferien.

Es muss nicht die Karibik sein

Die Strände von Maryland und Virginia

Mehr…

Temperaturen an die 30 Grad, weiche Sandstrände soweit das Auge reicht und badewannenwarmes Wasser - wenn jetzt noch jemand eine Palme ins Bild rücken würde, wäre das Idealbild der Karibik perfekt. Doch der Urlauber muss gar nicht bis in die entlegene Welt der Antillen reisen. Denn einige tausend Kilometer weiter nördlich wird ihm klimatisch Vergleichbares geboten, geht es organisatorisch deutlich gestraffter zu und on top schlägt der Trip nicht gar so arg ins Kontor. Willkommen in der Wiege der Vereinigten Staaten, welcome an den Küsten von Maryland und Virginia.

Hier, nur knapp drei Autostunden von der Hauptstadt Washington entfernt, machen ganze Bundesstaaten Urlaub. Entsprechend entwickelt ist die Infrastruktur, angefangen von den Unterkünften über die Restaurantszene bis hin zur Unterhaltung. Freilich, menschenscheu darf man nicht sein. Doch trotz der vielen tausend Gäste, die hier ihre Sommerferien in den Monaten Juli und August verbringen, findet man locker auch weniger belebte Strandabschnitte. Kein Wunder, von der Wasserlinie bis zum Ende des Sandes sind es mitunter bis zu 60 Meter. Und da die Amerikaner zwar gern am Strand sind, aber eher weniger im Meer baden, hat man dort richtig Platz. Und Wellen, denn die vorgelagerten Inseln, die Shores, liegen weit draußen im Atlantik. Wer hierher kommt, muss teilweise atemberaubende Brücken überqueren oder fährt gar durch Tunnel unter dem Wasser hindurch. So wird schon bei der Anreise reichlich Sehenswertes geboten.

Ocean City ist der Hotspot an der Küste Marylands. Zehn Kilometer lang markiert der Strip das Zentrum aller Urlaubsfreuden. Eine sechsspurige Straße teilt den Ort. Beachseitig die Hotels, der Bay zugewandt alles, was man sonst so braucht: Restaurants, Supermärkte, Shops. Sogar zwei (!) Vergnügungsparks finden sich hier. Wer es ruhiger mag wohnt mehr im "Hinterland", dort, wo die Locals leben. Der Weg zum Ozean ist dann zwar weiter, aber im Auto-Land USA nicht wirklich ein Problem. Zumal es sich lohnt, verschiedene Strände auszuprobieren. Die bewachten von Ocean City sind nicht nur dank der filmreifen Baywatch-Leute zu empfehlen. Alkohol, Musik und nackte Haut (natürlich) will man hier nicht sehen, rauchen ist nur an bestimmten Orten gestattet. Und die Beach-Patrol sorgt dafür, dass sich alle dran halten. Der typische Mallorca-Urlauber müsste sich also stark umgewöhnen. Die volle Ladung Touri-Spaß bietet der knapp drei Kilometer lange und holzbeplankte Boardwalk, der vom Pier aus startet. Souvenirs, Fastfood, Krimskrams und Leute gucken. Möchte man ernsthafter seine Garderobe aufhübschen oder scheint mal wirklich nicht die Sonne, warten natürlich zahlreiche Shopping-Center.

Noch eine Nummer größer auf den ersten Blick erscheint Virginia Beach. Und tatsächlich wirbt der Ort mit dem längsten Vergnügungsstrand der Welt. 40 Kilometer soll der messen. Bei näherer Betrachtung jedoch haben wir es mit drei und dazu nahezu komplett unterschiedlichen Abschnitten zu tun. Im Zentrum der eigentliche Virginia Beach, ähnlich angelegt wie Ocean City. Der Boardwalk ist nicht so überladen mit Geschäften und Imbissbuden, Radfahrer und Fußgänger nutzen parallele Bahnen entlang der Küste. Der Strand ist breit und leicht abfallend, Rettungsschwimmer achten darauf, dass nichts passiert. Im Norden trennt der First Landing State Park den quirligen vom ruhigen Abschnitt, derChesapeake Bay. Badewanne pur, so gut wie nie Wellen, leere Strände, kaum Hotels und die Privatbauten stehen fast am Strand. Hier sind vor allem Ruhesuchende und Familien mit kleinen Kindern gut aufgehoben.

Wer es noch ursprünglicher mag fährt fast 40 Kilometer weiter in den Süden. Am Sandbridge Beach stehen die Häuser teils in den Dünen, mitunter braucht es einen Allrader, um dorthin zu gelangen. Es gibt wilde Pferde und Delphine sind, wie übrigens die gesamte Küste entlang, auch vom Ufer aus zu sehen.

Dass es mitunter dennoch nicht so ruhig ist, wie die Gegend glauben machen will, liegt am Hinterland. Mit über 400 000 Einwohnern ist Virginia Beach die bevölkerungsreichste Gemeinde des Bundesstaates, mit entsprechender Infrastruktur. Dazu gibt es die Naval Air Station Oceana, einen der größten und modernsten Militärflughäfen der Welt. 17 Flugstaffeln haben hier ihre Heimatbasis und die F/A 18 sind auch immer wieder am Himmel zu sehen. Langweilig wird es also nie, da zu Lande, im Wasser und in der Luft immer etwas los ist.

Was man unbedingt noch erleben sollte:

Berlin: Sie nennt sich selbstbewusst "America's coolest small town" und ist tatsächlich, wie die große Schwester, eine Reise wert - Berlin, Maryland. Süße enge Straßen und herausgeputzte Häuser. Wenn man sich die Autos als Kutschen denkt, geht die Reise im Kopf schnell 150 Jahre zurück. Hotel, Kaffeehaus, Restaurants und vor allem Antik-Läden prägen das Bild des Ortes. Nur knapp zehn Autominuten von Ocean City entfernt wartet hier das Kontrastprogramm zur Touristen-Hochburg.

Was man nicht verpassen sollte:

Busch Gardens: Der Blick der Amis auf den alten Kontinent ist bekanntlich teils abenteuerlich. Einen Eindruck davon bietet Busch Garden Williamsburg in Virginia. Denn der Themenpark ist in Bereiche aufgeteilt, die nach europäischen Ländern benannt sind. Neben Italien, Irland, Deutschland, Frankreich wird dort auch Bayern als ein solches geführt. Die Fahrgeschäfte hören auf Namen wie Autobahn (was sonst), Wirbelwind, Verbolten oder Alpengeist. Spätestens nach dem dritten Looping aber ist das auch egal.

Colonial Williamsburg: Die erste dauerhafte Siedlung in Jamestown, die Schlacht von Yorktown, die dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein Ende setzte und schließlich die Schlachten während des amerikanischen Bürgerkrieges rund um Williamsburg - das Historic Triangle wird nicht von ungefähr als Wiege der Vereinigten Staaten angesehen. Heute ist es vor allem das große Freiluftmuseum Colonial Williamsburg, das an diese Zeiten erinnert, aber auch der National Historical Park von Jamestown.

Assateague Island: Sie stehen auf der Straße, in den Dünen und im Wasser. Die Pferde vom Assateague State Park in Maryland sind beliebt und berühmt, bei Campern wie auch Tagestouristen. Sie sind das perfekte Fotomotiv bei schönem Wetter.

Jolly Roger Amusement Park: Wer Abwechslung zum Strand braucht, ist hier richtig. Fahrgeschäfte und Riesenrad, Losbuden, eben das ganze Rummelprogramm. Dazu locken mit der Speedworld gleich mehrere Kartbahnen am Stück. Zur Abkühlung wartet der Splash Mountain Wasserpark gleich um die Ecke.

Blaukrabben: Ob als ganze (Softshell), als Crabmeat oder Crabcake - die Meerestiere gibt es die ganze Küste entlang - im Wasser, auf nächtlichen Strandstraßen und in den Restaurants natürlich. Die Art der Anrichtung ist zwar meist ähnlich, aber immer lecker. Blaukrabben tauchen in allen Gängen eines Dinners auf.

Delphine: Die Meeressäuger sind allgegenwärtig und mitunter auch vom Ufer aus zu sehen. Wer sicher gehen will, unternimmt eine Boots- oder Kanu-Tour. Die Erfolgsaussichten sind hervorragend, manche Veranstalter wie Rudee geben Garantien.

Anreise: Der Dulles International Airport (IAD) ist das Tor in die Capital Region USA (Washington DC, Maryland,Virginia) und wird von allen großen europäischen Flughäfen angesteuert. Zu den Küsten sind es etwa drei bis vier Autostunden. Ohne Mietwagen kommt man am besten mit einem Shared Van (Sammeltaxi) in die City. Möglich ist auch das Taxi (teuer) oder eine Bus-Metro-Kombi (umständlich).

www.capitalregionusa.de

http://ococean.com

www.VisitVirginiaBeach.de

Weniger…

Genuss und Geschichte

Wein- und Bierkultur in Virginia

Mehr…

Der US-Bundesstaat Virginia an der Ostküste ist mit seiner facettenreichen Landschaft von den Blue Ridge Mountains im Westen bis hin zum Atlantik im Osten ein abwechslungsreiches Urlaubsdomizil, das in den letzten Jahren immer mehr deutschsprachige Urlauber angezogen hat. Dazu beigetragen haben auch die bequemen Nonstop-Verbindungen ab Frankfurt, München, Zürich und Wien zum Flughafen Washington Dulles International, der – wie viele nicht ahnen – in Virginia liegt. Fernab von den bereits bekannten Sehenswürdigkeiten bietet der Bundesstaat noch vieles mehr. Gerade die reiche Geschichte der Destination und die boomende Kulinarik-Szene sorgen für stetig neue Anreize, Virginia einen Besuch abzustatten.

Spritzig und erfrischend: Virginias Wein- und Bierkultur

Virginia ist mit über 285 Weingütern der fünftgrößte Weinproduzent in den USA. Der Bundestaat an der Ostküste verkaufte nach jüngsten Statistiken im Fiskaljahr 2016 rund 6,6 Millionen Flaschen Wein, ein Zuwachs von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Wachstum von 34 Prozent binnen der letzten sechs Jahre. Der ansteigende Weinverkauf ist klarer Ausdruck der hervorragenden Qualität, die Virginias Winzer seit vielen Jahren produzieren und damit den Staat auch zur touristischen Wein-Destination machen. Allein 2016 kamen 1,7 Millionen Besucher. In den letzten Jahren hat der Rebensaft aus Virginia schon viele Qualitätsauszeichnungen erhalten und verfügt über ein großes Renommee in ganz Amerika. Auch wird er zunehmend zu einem wichtigen Exportgut. Virginia-Wein ist zum Beispiel längst auch in London oder Peking erhältlich. Besondere Wine Trails führen Besucher durch die abwechslungsreiche Landschaft Virginias. Spezielle Festivals rund um den Rebensaft sorgen fast ganzjährig für buntes Treiben.

Auch lokal gebrautes Bier ist aus Virginia nicht mehr wegzudenken. Gerade erst verkündete Gouverneur Terry McAuliffe, dass eine neue Rekordmarke in Sachen lizensierter Brauereien erreicht ist. Virginia verfügt nun über 206 Brauereien – dazu gehören die sogenannten „Craft Breweries“, aber auch lokale Standorte großer Biermarken. In den vergangenen vier Jahren ist die Anzahl an Brauereien damit um 460 Prozent gestiegen. Für Touristen sind besonders die kleinen, lokalen Brauereien von Interesse, die neben Führungen auch interessante Verkostungen anbieten, wie Bier und Schokolade.

Acht verschiedene Austernregionen

Virginia genießt den Ruf als „Oyster Capital of the East Coast“. Die acht verschiedenen Zuchtregionen produzieren zusammen die größte Menge an frischen Austern (Wildfang und Zuchtaustern) in den USA, und jede Region bringt unterschiedliche und einzigartige Geschmacksrichtungen hervor.  Um die lokalen Austernfischer sowie andere Unternehmen und Geschäftszweige, die mit dem Fischerei-Sektor in Verbindung stehen, zu unterstützen, wurde der Virginia Oyster Trail ins Leben gerufen. Das Projekt soll Reisende mit Produzenten, Restaurants und sogenannten „Raw Bars“ (Lokale, in denen rohe Meeresfrüchte serviert werden) zusammenführen und ihnen so die einzigartige Kultur an der Küste Virginias, am Northern Neck, an der Middle Peninsula und Virginias Eastern Shore rund um die „Watermen“, wie die Fischer der Region genannt werden, näher bringen.

 

Vor 90 Jahren: Die Geburtsstätte der Countrymusik

1927 war ein wichtiges Jahr für die Country-Musik: In dem Städtchen Bristol auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Virginia und Tennessee nahm der Produzent Ralph Peer im Sommer mit einem mobilen Tonstudio Songs mehrerer Dutzend Sänger und Bands dieser damals häufig noch als „Hillbilly“, „Cowboy“ oder „Oldtime“ bezeichneten und nur bei einer kleinen Fangemeinde populären Musikrichtung auf. Die „Bristol Sessions“ legten den Grundstein für den großen Durchbruch von Country-Musik, und die veröffentlichten Aufnahmen machten die Carter Family und Jimmie Rodgers zu den ersten Mega-Stars der Szene. Die hohe Bedeutung, die dieses Ereignis hatte, belegt auch eine vom US-Kongress im Jahr 1998 verabschiedete Resolution, die Bristol offiziell zur „Geburtsstätte der Country-Musik“ kürte. 2017 feiert Bristol und das Birthplace of Country Music Museum (www.birthplaceofcountrymusic.org) den 90. Geburtstag der berühmten „Bristol Sessions” mit verschiedenen Veranstaltungen. Bis Ende des Jahres soll auch das neue Boutique-Resort „The Sessions Hotel“ eröffnen, das mit 80 Zimmern, einem Restaurant, einer Rooftop-Bar und einem Café an den wichtigen musikalischen Wendepunkt vor 90 Jahren erinnert.

2019 Commemoration

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, dies machen die Feierlichkeiten zur erstmaligen Besiedlung Virginias durch europäische Auswanderer deutlich: 2019 jähren sich bedeutsame Ereignisse wie die Begründung der ersten repräsentativen Gesetzgebungsversammlung der Neuen Welt, das erste offizielle Thanksgiving-Fest auf nordamerikanischem Boden oder die Verabschiedung bedeutender Gesetze, die die Grundlage für einen freien Markt sowie Virginias wirtschaftliche Prosperität schufen, zum 400. Mal. Diese Begebenheiten waren nicht nur für die Entwicklung der Kolonie Virginia von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Um diesen Meilensteinen der US-amerikanischen Geschichte die gebührende Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, stehen bereits jetzt sowie das ganze Jahr 2018 hindurch zahlreiche Veranstaltungen unter dem Motto „American Evolution™. Democracy. Diversity. Opportunity.“ in Virginia auf dem Programm.

So werden Sonderausstellungen, Expertendiskussionen und Filmvorführungen stattfinden, etablierte Veranstaltungen und Festivals werden sich thematisch den geschichtlichen Ursprüngen Virginias widmen. Auch unliebsame Themen werden dabei nicht ausgespart. So erweitert das von Francis Ford Coppola unterstützte und im November 2017 erstmals stattfindende Filmfestival „Pocahontas Reframed. Native American Storytellers“ den Blick auf die Beziehung zu den Ureinwohnern Amerikas um deren eigene Perspektiven. Weitere Informationen finden sich unter www.americanevolution2019.com.

www.capitalregionusa.de

Weniger…